Star Wars: Das Erwachen der Erlebnisse

'78 - A Short Film

[toc]

Wie viele Schergen oder auch Helden sind wohl in einer meiner Wüstenmonster-Fallen einen grausamen Tod gestorben? Ich schätze, es waren einige. Unter den Opfern: Boba Fett. Ähnlich wie in „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schien der Kopfgeldjäger auch in meinen Spielszenen verloren, wenn er erst kopfüber in die Grube des immer hungrigen „Sarlaac“ stürzte.

Es mögen lediglich handgegrabene Löcher in einer Sandkiste auf einem Grundstück irgendwo im ländlichen Umkreis von Oldenburg gewesen sein. Meine Fantasie machte daraus aber mehr: Kampfszenen zwischen laserbewehrten Imperialen und Rebellen, entscheidende Duelle, die das Wohl der Galaxis bestimmten.

Ode an Star Wars und den Regisseur der neuen Teile

Diese Erinnerungen zählen zu den ersten, die mir einfallen, wenn ich anlässlich des am 17. Dezember startenden „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ Fanfilme wie „Summer ’78 – A Short Film“ auf YouTube anschaue.

Meine Gedanken gehen dann in Richtung meines Elternhauses: Irgendwo in meinem ehemaligen Zimmer muss noch eine Kiste mit meinen Figuren liegen, mit denen ich früher über Stunden selbst zum Regisseur meiner ganz eigenen Sternenkriege wurde.

Neid auf meinen Freund Daniel

Ebenfalls in meinem Zimmer: Der Rasende Falke, im Film vom Schmugglerduo Han Solo und Chewbacca gesteuert. Ich bekomme plötzlich Lust, dort hinzufahren und sie zu uns nach Hause zu holen. Sie meinem Sohn Maximilian zu zeigen, der mit seinen 6 Jahren schon sehr gut weiß, wie sehr sein Papa Star Wars mag. Selbst hat ihn das Fieber noch nicht gepackt: Trotzdem muss er sich von mir anhören, wie sehr ich das Universum rund um Yoda, Obi van Kenobi und Luke Skywalker mag.

Denke ich an Star Wars, fällt mir auch Daniel ein, Freund aus meiner Kindheit und frühen Jugend: Verglichen mit meiner Handvoll Schurken und Helden besaß Daniel damals ein wahres Filmset an Star-Wars-Spielzeugen. Neben mehreren Speeder-Bikes, die Ihr vielleicht von den Endor-Verfolgungsjagden aus „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ kennt, hatte er ein großes Transportraumschiff, die Kommandozentrale des Todessterns, Schurken wie „Jabba the Hut“ und unzählige Figuren au dem Film.

Fantasie ist das Wichtigste

War ich einmal wieder von einem Besuch bei Daniel zu Hause, wünschte ich mir schon wieder, dorthin zurückzufahren, um weiterzuspielen. Wie sollte ich nur mit den wenigen Figuren und dem einen Raumschiff, das ich besaß, Abenteuer erleben? Ein wenig Neid war auch im Spiel, wenn auch nur immer kurzzeitig. Kurze Zeit später begann ich wieder zu spielen. Und improvisierte. Einfach, indem ich Spielzeug aus anderen Welten in meine Star-Wars-Spielszenen einbaute, Lego benutzte, um Festungen für die beteiligten Parteien zu bauen und – wie oben beschrieben – auch die Welt vor unserer Haustür eroberte.

Summer '78 - A Short Film Poster
Ein wunderschönes Poster gibt es ebenfalls zu „Summer ’78 – A Short Film“. Artwork: Summer ’78

Ähnlich verhält sich der Junge im genannten Fanfilm „Summer ’78 – A Short Film“: Seine Star-Wars-Figuren kämpfen plötzlich gegen Dinosaurier, Raumschiffe tauchen auf, die George Lucas oder ein anderer Regisseur in dieser Weise nicht in die Gefechte zwischen Rebellen und Imperialen eingeplant hatte. Das ist das Wunderbare: Wenn du deiner eigenen Fantasie erlaubst, Welten zu erweitern und über Grenzen zu gehen – die die Welt des Merchandise erst einmal ausschließt. Indem sie jedes erdenkliche Detail eines Films zu etwas Kaufbarem verwandelt. Ich muss aber nicht jedes Element einer Spielwelt mein Eigen nennen, um Star-Wars-Atmosphäre zu erleben.

5x Star-Wars-Merchandise im Test, ein Sieger – (Werbung)

Die Qualität von Merchandise kann sehr unterschiedlich sein. Dass hat mir das Paket aus der Hand der Redaktion von Spielzeug-Onlinehändler MyToys.de gezeigt.

Inhalt:

  1. Kostüm Stormtrooper Star Wars
    Einmal Stormtrooper sein – das Kostüm macht es zumindest kurz möglich. Foto: Nico Lindner

    Ein Stormtrooper-Kostüm samt Maske (Classic Version), um sich in einen Angehörigen der imperialen Streitkräfte zu verwandeln, passend für Großsohnemann Maxi, 6 Jahre alt. Cool, um schnell in die Rolle einer Star-Wars-Figur zu schlüpfen. Wachstumsbedingt irgendwann nicht mehr Teil der Garderobe.

  2. Muskulöser Darth Vader
    Muskulös und flexibel austauschbar: Dieser Darth Vader kann auseinander gebaut werden. Foto: Nico Lindner

    Darth Vader in der Muskel-Versionkombinierbar mit seinen Brüdern derselben „Hero Mashers“-Reihe – eine Art Verwandel-mich-Kombo, die den Anreiz gibt, sich untereinander mehr als nur zu bekämpfen.

  3. Die Star-Wars-Version von „Labyrinth“, Kostenpunkt im Laden: rund 30 Euro. Über das Verschieben von Labyrinth-Elementen müsst Ihr versuchen, zu Euren Zielfiguren zu kommen. Schafft Ihr es vor Euren Mitspielern?
  4. Ein Mini-Laserschwert, etwa 15 Zentimer kurz, zum Zusammenbauen, farbige Dioden inklusive. Einmal angeschaltet, leuchtet es entweder blau oder rot – nach Regeln des Schwertes hat der Besitzer dann entweder die gute oder böse Seite der Macht in sich. Leider hatten wir Pech: Kurz nach Zusammenbau verschwand der untere Teil – wohin auch immer. Ein nettes Gimmick, gerade, um es im Dunklen auszuprobieren.
  5. Ein R2D2-USB-Stick-Anhänger, fähig, 16 GB an Daten aufzunehmen – ein witziges Gadget, kein Spielzeug, für Erwachsene

    R2D2-USB-Stick unterwegs
    R2D2 auf Tour – der USB-Stick fasst 6 GB Daten. Foto: Nico Lindner

Meine Frage an Großsohnemann Maxi nach unserem ausgiebigem Test: „Und, welcher Artikel gefällt dir am besten, Sohnemann Maxi?“ – „Das Labyrinth-Spiel.“ Ich werde stutzig: „Und warum?“ – „Weil wir es gemeinsam spielen können.“

Star Wars Labyrinth
Die Krönung des Merchandise-Pakets: „Labyrinth“ in der Star-Wars-Edition. Foto: Nico Lindner

Genau deswegen hatte ich ebenfalls dem „Labyrinth“-Spiel den 1. Platz verliehen: Weil das Spiel eine längere Halbwertzeit als Utensilien, die nach den ersten Spielrunden in Vergessenheit geraten. Auch, weil die Figuren auf dem Spielbrett für mich gleichzeitig Geschichten erzählen: Gezeigt werden Charaktere aus allen sechs bisherigen Star-Wars-Filmen, die ich Maxi dann gleich näher bringen konnte – Jar Jar Binks inklusive, jenen seltsamen Vogel, an dem sich die Fangeister scheiden.

Star Wars verbindet mehrere Generationen

Selbst wenn die jüngsten Star-Wars-Filme ab Episode 1 auch bei mir nicht hoch im Kurs stehen, freue ich mich auf Teil 7 der Saga und das, was danach noch folgt. Star Wars wird so noch mehr nicht nur zum Erlebnis einer bestimmten Generation, sondern verbindet gleich mehrere miteinandern. Väter und auch Mütter können sich mit ihren Kindern austauschen, die jetzt eine vollkommen andere Welt kennenlernen, als es noch vor 30 Jahren der Fall war. Neue Merchandise-Artikel sind in den Regalen zu finden, die genau wie zur Geburtsstunde von Star-Wars lediglich den Namen tragen, aber nicht wirklich einen bestimmten Teil des Universums von George Lucas darstellen. Ein Senf beispielsweise, der kurz vor Filmstart von „Das Erwachen der Macht“ mit Star-Wars-Logo im Laden steht, schmeckt dadurch nicht plötzlich intergalaktisch gut. Das Getränk oder der Pudding erzählt keine Geschichte, nur, weil für die Verpackung die Marke Star Wars lizensiert wurde.

Schöner Merchandise sind für mich Produkte, die es möglich machen, innerhalb eines Universums selbst Geschichten auszudenken und nachzuspielen. Oder mich an die Abenteuer der Hauptdarsteller erinnern, entweder alleine oder im Kreise meiner Freunde. Und dabei nicht nach der 3. Berührung auseinanderfallen, weil der Kunststoff minderwertig ist, weil nach Berappen der Lizenzgebühren für Qualität kein Platz mehr war.

Dunkler Schatten - R2D2 trifft auf Darth Vader. Foto: Nico Lindner
Huch, wer ist das? Ärger in der Luft liegt, junger R2D2! Foto: Nico Lindner

Ist es eine Frage des Geschmacks?

Ich freue mich auf „Star Wars: Erwachen der Macht“. Sollte er mir tatsächlich nicht gefallen, mag das vielleicht so sein. Mies machen will ich das Anschauen aber keinem – – mit welcher Erwartungshaltung jemand in einen Film geht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wer mag denn beurteilen, ob der eigene Geschmack die wirkliche Richtschnur darstellt? Und die einzige Wahrheit? Um bei Star Wars zu bleiben: Ich mag die dunkle Seite der Macht. Deren Leidenschaft. Stärke. Bemerkenswerte und tragische Charaktere wie Darth Vader. Andere heben Yoda und Luke Skywalker auf ein Podest. Und?

Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über Vorlieben und Abneigungen, die einen Film betreffen, ebenfalls nicht. Wohl aber können wir uns gemeinsam über eine Geschichte freuen, die uns für einen Moment in eine andere Welt entführt – und uns beispielsweise irgendwann an Menschen erinnern, die ein solches Erlebnis begleitet haben. Sei es mein Freund Daniel, den ich Euch vorgestellt habe oder Schauspieler wie Wil Wheaton (Wikipedia), die für ihre Generation Geschichte geschrieben haben. Stimmt, Wil entstammt „Star Trek: The next Generation“, nicht Star Wars. Eine andere, aber ebenfalls ganz wunderbare Geschichte, nicht wahr?

Ich wünsche Euch fantastische Erlebnisse!

Beste Grüße, Nic

 

YouTube & weitere Linktipps

 

P.S. Ihr habt weitere Linktipps? Oder Erlebnisse aus Eurer Star-Wars-Vergangenheit? Nutzt dafür die Kommentar-Funktion – ich freue mich darauf, von Euch zu lesen.

4 Kommentare

  1. Auch die Jungs und ich fiebern dem Start von StarWars 7 entgegen.
    Vor 4 Wochen haben wir deshalb einen StarWars-Sonntag eingelegt. Von 9.30 Uhr bis etwa 23 Uhr haben wir alle sechs! Folgen hintereinander geschaut.
    Und es war richtig klasse. Am 22. werden wir dann gemeinsam das „Erwachen der Macht“ erleben uns was soll ich sagen? ES KRIBBELT schon seit Tagen und in Erwartung des Films bin ich aufgeregt wie schon lange nicht mehr.
    Das wird ein toller Abend und ich freue mich sehr darauf.

    1. Respekt, Stefan! Das klingt nach einem schönen Sonntag. Ich überlege, mir jetzt noch alle Teile zu kaufen. Mal sehen – ich frage mich nämlich in der Tat, ob ich überhaupt dazu komme, sie vor Episode 7 zu sehen.

      Ich wünsche Euch gute Unterhaltung!

      Beste Grüße & Danke für deinen Kommentar,
      Nic

  2. Ja, ja und nochmals ja. Ich liebe die Erinnerung an die alten Zeiten, in denen mein Bruder und ich stundenlang Star Wars nachgespielt haben. Jetzt machen das meine Kinder – und am 21.12. gehen wir zusammen in den neuen Film 😉 Meine Kinder, mein Mann, mein Bruder, meine Mama und ich.

    1. Salute, Svenja,

      schön, von dir zu lesen! Und Danke für deinen Kommentar. Dann wünsche Euch gute Unterhaltung, egal, wie der Film aussehen mag – Ihr zelebriert gemeinsam ein Treffen. Das zählt! 🙂

      Best, Nic

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .