Meine 5 Schritte für mehr Kaffee-Genuss

Kaffeegenuss

Lange Zeit sah für mich Kaffeetrinken vor allem wie folgt aus: Pad in die Maschine einlegen, Knopf drücken, um das Wasser aufzuheizen, im Anschluss nächsten Knopf drücken, um den Brühprozess in Gang zu setzen. Gleich danach konnte ich meinen Kaffee trinken.

Heute stelle ich zuerst den Wasserkocher an, öffne in der Zwischenzeit die Kaffeedose, fülle Bohnen in die Kaffeemühle, um dann per Hand eine tassengerechte Portion Mehl zu mahlen. Kurz darauf lege ich einen Filter in meine AeroPress, warte 3 bis 4 Minuten, bis sich das aufgekochte Wasser ein wenig abgekühlt hat und fülle im Anschluss Kaffeepulver und heißes Wasser in den Kolben der Aero. Beides verrühre ich knapp zehn Sekunden, um dann den Kolben der Kaffeepresse langsam herunterdrücken. Den Kaffeesatz befördere ich in den Biomüll, spüle kurz die Gerätschaft ab und genieße dann meinen Kaffee.

Klingt nach mehr Aufwand, oder? Ja, Ihr habt Recht. Mittlerweile bedeutet das zweite Prozedere für mich trotz der Übung immer noch mehr Arbeit, als fix ein Pad in unsere Senseo-Maschine zu packen.

Gleichzeitig beschert mir diese Folge von Schritten aber mehr Genuss und stellt meinen Weg dar, Kaffee zuzubereiten. Wie kam es dazu? Am Anfang stand vor allem der Wunsch, wieder bewusster Kaffee zu trinken.

Königin für viel Kaffee & zugänglich

Schritt 1 meiner „Evolution“: Die Rückkehr zu unserer Filterkaffee-Maschine. Der Prozess ist simpel: Tröpfchen für Tröpfchen rieselt heißes Wasser auf das Kaffeemehl im Filter. Unten fließt dann der schwarze trinkbare Energielieferant in die Kaffeekanne.

Was ich an unserer Cocoon-Maschine von „Moulinex“ liebe: Ich kann sie im Notfall bis zu einem bestimmten Grad mit meinen eigenen Händen zerlegen und säubern. Muss ich an den Innenraum, rückt kein Service-Techniker an. Keine tausend Knöpfe suggerieren mir, es gäbe nahezu unendlich verschiedene Varianten, den Kaffee zu kochen. Unsere Filterkaffeemaschine ist so geerdet wie es nur geht.

Die „Moulinex“ in Mintgrün ist gleichzeitig unsere Königin, wenn größere Mengen Kaffee benötigt werden. Eine Kanne Kaffee ist fast fertig? Dann macht sie dieses unverwechselbar schöne typische Kaffeemaschinengeräusch. Ich bilde mir zumindest ein, es sei typisch. Vielleicht kennt Ihr es selbst? Es ist eine Mischung aus Gluckern, Zischen und Dampfen. Zum Ende hin wird sie ein wenig lauter, wie um zu verkünden: „Gleich ist Zeit für deine Auszeit!“

Favorisierter Genusspartner

Schritt 2: Meinen bevorzugten Kaffee-Lieferanten habe ich bewusst ausgewählt.  Als ich für meinen Blog auf der Suche nach Werbepartnern war, bin ich auf das Team von www.coffeecircle.com gestoßen. Sie passten zu meinem Plan: Wenn ich schon Firmen auf meinem Blog Platz gebe, müssen sie auch mit mir harmonieren. Die Circler arbeiten nachhaltig und haben Stil. Sie passten damit perfekt.

Bei Coffee Circle habe ich zu Beginn zwei verschiedene Sorten Kaffee bestellt, außerdem die besagte AeroPress – eine Art Quetsch-Kaffeemaschine, die sich besonders für Solo-Trinker eignet. Nicht, dass ich nicht mit meiner Frau Kaffee trinken möchte – im Gegenteil. Ich trinke aber öfter als sie und dann alleine, was die AeroPress besonders interessant gemacht hat.

Parallel ist sie für besonders leckeren Koffeinsaft bekannt. Mein Plan war: Sie über kurz oder lang zur Arbeit mitzunehmen, um dort dem Automatenkaffee Paroli zu bieten. Mein jetziger Plan ist: Wohl oder übel eine zweite zu kaufen, da ich daheim nicht mehr auf die AeroPress verzichten will.

Wertiger Rohstoff

Coffee Circle Kaffeesorten
Neue Gesichter. Fotos: Nico Lindner

Schritt 3: Nimm die ganze Bohne als Ursprung für dein Kaffeeheißgetränk. Willst du ursprünglichen Kaffee, wähle sie entsprechend aus und mahle sie frisch. So bekommst du noch mehr Aroma als es selbst Pulver aus einer versiegelten Verpackung es leisten kann.

Coffee Circle hat just zwei neue Sorten aufgenommen – „Yachi Kachise“ und „Yukro“ werden alleine in Bohnenform verkauft. Beide sind bemerkenswert hell geröstet. Ich mag vor allem den „Yukro“ gerne, da er einen interessanten Mix aus dezenter Süße und Würze besitzt.

Gestartet bin ich mit „Limu“ und „Yirgacheffe“. Jede Sorte wird in Äthiopien angebaut.

Das Mahl-Ritual

Schritt 4: Wenn ich Kaffee selber mahle, baue ich ein weiteres Element in die Zubereitung ein, das für mich den Genuss erhöht. Meine Annahme: Ich verbinde mit meinem Heißgetränk so noch mehr eine Erlebnisreise, an deren Ende dann das Getränk als Belohnung steht. Das hat sich bestätigt.

Kleine Kaffeemühle
Schöne Form und schöne Farbe –
das ist unsere Kaffeemühle.

Mit dem Mahlvorgang eng verbunden, weil notwendig: die Kaffeemühle. Unser Exemplar hat eine kleine Geschichte mitgebracht. Sie stammt aus dem Sortiment meines Vaters, der gleich vier Varianten zu Hause stehen hatte. Als ich ihm davon berichtete, dass ich gerne ab sofort selbst Kaffee mahlen möchte und fragte, ob er mir eine geben kann, hat ihn das sehr gefreut.

Die Farbe Orange und die Gestaltung mag ich sehr. Unsere kleine Mühle hat Charakter. Selbst Sohnemann Maximilian (5) gefällt es, wenn er für Papa & Mama Kaffeemehl mahlen darf. Auch wenn das bedeutet, nicht nach einem Knopfdruck fertig zu sein. Sohn Jesse (10 Monate) hat hierzu noch keine Meinung – er schaut aber in jedem Fall interessiert zu, wenn ich beginne, die Kurbel zu drehen.

Ein für mein Getränk bestimmtes Gefäß

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Mr. Coffee – ganz klar meine Tasse.

Schritt 5: Die passende Tasse. Vor ein paar Tagen habe ich zwei Trinkgefäße erstanden, die bewusst für den Kaffeegenuss gedacht sind. Ein Exemplar gehört meiner Frau, eines mir. Ich bin mir sicher: Es werden weitere folgen.

Weiterhin meine Lieblingskaffeetassen: Mintgrüne Exemplare von IKEA, die Ihr vielleicht ebenfalls im Schrank stehen habt. Da spielt etwas Sinnliches mit: Ich berühre gerne ihre glatte Oberfläche, mag die nach unten hin schmalere Form und, dass ich sie nicht bereits nach dem zweiten großen Schluck bereits nachfüllen muss.

Erfolg: Die Tasse „auf die Schnelle“ gibt nur noch selten

Nicht jede Tasse Kaffee, die ich trinke, hat Erlebnis-Charakter. Das ist zeitlich und geldtechnisch nicht möglich. Eines darf nämlich nicht verschwiegen werden: Die Sorten von Coffee Circle sind zwar sehr lecker, kosten aber auch mehr als die im Handel üblichen Varianten.

Ich pflege aber deutlich mehr den Genuss-Kaffeemoment als das früher der Fall war  – und das tut mir letztendlich gut. Wenn ich Kaffeepause mache, wird sie im besten Fall wirklich zelebriert.

Getränke, die ich im Vorbeigehen herunterstürze, kann ich nicht wirklich genießen. Bringe ich aber Geduld mit, werde ich mit einer wertvolleren Pause belohnt. Und auf bewusste Momente freut sich doch jeder, oder?

So kann Euer Start aussehen

Eventuell haben meine fünf Schritte Euch animiert, Eurem Kaffee ebenfalls mehr Bedeutung zuzugestehen. Das würde mich freuen. Beginnen könnt Ihr beim Handwerkszeug für Euren Kaffee. Wer die AeroPress oder eine normale Filtermaschine nutzt, gewinnt in meinen Augen bereits Geschmacksqualität hinzu. Wagt ruhig auch den Schritt, selbst zu mahlen. Wenn es Euch zu mühsam wird, bleibt immer noch der Schritt zur elektrischen Mühle. Das ist gerade bei größeren Mengen verständlich.

Wie und wo trinkt Ihr Euren Kaffee? Pflegt Ihr vielleicht ebenfalls ein bestimmtes Kaffee-Ritual oder habt eine besondere Mühle mit Geschichte? Ich bin auf Eure Kommentare sehr gespannt. Und wenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, verbreitet ihn gerne weiter!

Beste Grüße,
Nico

 

P.S. Ihr interessiert Euch für Coffee Circle aus Berlin? Wenn Ihr dort bestellen wollt, 
meldet Euch zuerst für den Newsletter an. Dann gibt es einen 5-Euro-Gutschein für Eure nächste Bestellung.

9 Kommentare

  1. Eine Ode an die AeroPress und den guten Kaffeegenuss generell, hach fein!
    Ich unterzeichne sofort und stoße mit ein paar handgepressten Schlucken auf die Koffeinhingabe an.
    Coffeecircle schätze ich zudem auch sehr.
    Und kennst du Crosscoffee? Die sind auch toll, ich hatte sie glaub ich kurz erwähnt. Die geben auch Workshops fürs gemeinsame Kaffeeentdecken, vielleicht ja was für dich!

    Genüsslich
    Käffchenkalle

  2. Ja der liebe Kaffee 🙂
    Wir sind auch eher Genuss Trinker als Koffeinsüchtige. Derzeit beherben wir eine klassische Kapselmaschine. Mein Mann ist aber am schauen und Optionen studieren, wie es mit unserer Kaffeekultur weiter gehen soll. Dabei werden wir vermutlich auf eine Mischung zwischen Kolbenmaschine und Kapsel wechseln. Es gibt nämlich auch ganz tolle (teure!) Padmaschinen (z.B. The Else, eine Espresso-Kaffeemaschine für kompakte Portion mit E.S.E. Pads kompatibel). Für’s selber mahlen bin ich wohl dann doch zu bequem.
    Aber mal sehen, in Aarau hat gerade ein neuer Barista Shop aufgemacht und da werden wir demnächst mal hingehen.

    Danke für deinen Beitrag, finde ich echt interessant.
    Liebe Grüsse, Miriam

    1. Hi, Miriam,

      Danke fürs Vorbeischauen und deinen Zuspruch. Ich bin ein wenig verliebt in meine AeroPress, wenn es um einen einzelnen Becher Kaffee geht. Das Selbermahlen ist halb so wild. Inzwischen bin ich in weniger als einer Minute durch, in der Zwischenzeit hat das Wasser die richtige Temperatur.

      Viel Erfolg bei Eurer Suche – halte mich gerne auf dem Laufenden!

      Beste Grüße, Nico

  3. Hallo Nic,

    endlich ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Seit unser Nachwuchs da ist, ist unser Kaffeekonsum durch die Decke gegangen. Nicht nur, um wach zu bleiben. Es soll ja schließlich auch noch Genuss sein. Das ist schön, dass du dir die Zeit zum Handmahlen nimmst – nur ohne Musik wie bei Räuber Hotzenplotz nehme ich an – wir sind noch veim Vollautomaten. Aber immerhin weit entfernt von Pads und Kapseln und suchten örtlich nach einer Rösterei. Da wurden wir fündig. In diesem Sinne „Prost“.

  4. Ich bekenne mich hier jetzt immerhin als Handbrüherin 🙂
    Das oftmals verbrannt schmeckende Zeug aus den Padmaschinen schmeckt mir nämlich gar nicht mehr. Den Vollautomaten traue ich wegen ihrer Reinigungsfunktion irgendwie auch nicht so recht über den Weg. Sie sind im der Anschaffung sehr kostenintensiv und nehmen viel Platz weg.
    Da mein Partner nur Tee trinkt, war also der Weg zum Handfilter nicht weit.
    Den Kaffee dafür selbst und vor allem immer frisch zu mahlen – das könnte ich mir wirklich gut vorstellen. Weniger wegen des zeremoniellen Charakters, mehr wegen des Duftes! Nichts geht über den Duft von frisch gemahlenen Kaffeebohnen!

    1. Danke für deinen Besuch – du sprichst mir aus der Seele! Wenn ich gemahlenen Kaffee kaufe, liebe ich den ersten Moment, wenn ich die Tüte öffne. Traue dich, mahle selbst. Die Bohnen werde ich aber bis auf Weiteres nicht selbst rösten. Dafür fehlen mir dann doch Raum und Zeit.

      Dir guten Genuss!

      Beste Grüße,
      Nic

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