Warum ich unsere Nachbar-Gartentiger nicht zum Kaffee einlade

Katze im Blumenbeet – und wieder ist es fast zu spät

Erstaunte Katze
„Nein, ich wollte ganz bestimmt nicht in deinem Beet mein Geschäft verrichten!“ – sicher, lieber Fellträger. Foto: EgoAltere, Pixabay

Sie kann mir nicht erzählen, sie hätte es nicht vorgehabt. Warum sollte sie erst ein Loch buddeln, sich dann darüber hocken und schließlich ihren Hintern in Position bringen?

Meine Hand greift zum Fenstergriff, ein vorsichtiger Dreh, ich strecke den Kopf raus, die Katze blickt sich zu mir um. Und ich lasse das (hoffentlich beeindruckendste) laute Zischen aus meinem Mund entweichen, dessen ich fähig bin. Sie flüchtet, meine Frau fällt fast vom Sofa: „Was war denn das?!“

Keine Zeit zum Erklären, ich muss handeln, greife zur Wasserpistole von Sohn Maximilian (Nerf, extraweite Distanz, wahlweise mit Eiswürfeln befüllbar), schleiche zur Hecke. Ein Blick um die Ecke: Da hockt sie auf der Straße, in knapp zehn Metern Entfernung, mit Katzenbegleitung. Seelenruhig.

Ich lasse es regnen. Diese Runde geht an mich.

Diesmal war mein Timing goldrichtig, bei zahlreichen ihrer Vorgängerinnen nicht. Dort, wo die Flüchtende gerade ihr Geschäft verrichten wollte, liegen bereits andere Hinterlassenschaften.

Gar nicht katzensüß

Dieser Kampf findet nicht erst seit heute statt. Vor drei Monaten hat sich eine der Katzen das Beet nahe unserer Familienkutsche als Klo ausgesucht. Dass es sich dort vortrefflich Geschäfte machen lässt, hat sich anscheinend herumgesprochen: Mal ist es die die verfilzte Version, dann der lieb dreinschauende Kater von Nebenan, heute die Tigervariante. Alle haben nur eines im Sinn: Unser Blumenbeet zu verminen.

Ich habe nichts gegen Katzen. Nur gegen solche, die in unserem Blumenbeet ihr Geschäft verrichten. Ob bei der Gartenarbeit in diesem Bereich oder beim Fußballspielen ein paar Meter weiter: Es stinkt erbärmlich, wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt. Einmal bin ich in einen der Haufen getreten und habe das Ergebnis dann mit in unseren VW getragen. Schön ist etwas anderes…

Kaffee? Scheint ihnen egal zu sein

Pfeffer
Hoffnung: Pfeffer als Katzenvertreiber. Sie mögen seinen Duft
angeblich nicht. Foto: Hans, Pixabay

Zu Beginn habe die Haufen lediglich in die Mülltonne gebracht oder untergegraben. Dann Kaffeesatz ausgestreut. Heute muss etwas anderes her: Pfeffer. Den mögen die Fellknäuel angeblich ebenfalls nicht. Bevor sie sich niederlassen, schnuppern sie, ob ihnen der Platz gefällt. Mit unserer Pfeffermühle schreite ich zum besagten Beet, mahle, streue, mahle, mahle, mahle, streue und streue.

Mit dem Ziel, morgen den Katzenkot erneut zu entsorgen und dann zu prüfen, ob Nachschub kommt, gehe ich wieder ins Haus. Leider vergesse ich, dass an meinen Händen noch Pfeffer hängt – auf der Toilette geht die Niesattacke los.

Liebe Katzen, ich kann mir nur zu gut vorstellen, wo Ihr jetzt hockt: Hinter der Hecke, gackernd, über jenen Mensch, der Euch gepfefferte Grüße hinterlassen wollte, sich dann aber selbst hereingelegt hat.

Wartet nur ab. Ich komme wieder.

Beste Grüße,
Nic

1 Kommentar

  1. Hallo Nico,

    den Trick mit dem Pfeffer kannte ich noch gar nicht! Ich bin ja nicht nur Katzenliebhaber sondern auch Besitzerin eines nunmehr 17 Jahre alten Katers. Er streunt auch draussen rum und was ich verblüffend finde, er kommt zum Verrichten immer brav nach Hause und macht in sein dafür vorgesehenes Wännchen, wo im doch draussen alle Möglichkeiten offen stehen: Felder, Wiesen, Gärten ;-) Komische Kater!
    Bei Fremdkatzen finde ich es in unserem Garten allerdings auch etwas lästig. Kann ich gut verstehen, dass du auf der Lauer liegst.
    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück beim Katzen fern halten.
    Ich schaue jetzt öfter mal bei Dir vorbei, ob du vielleicht eine Lösung gefunden hast.
    Viele Grüße,
    Emilia

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